Brevet – Zweihundert Kilometer 2016 – Höhenmeter im hohen Norden

Kiel: Traditionell einer der ersten Möglichkeiten im Jahr ein Brevet zu absolvieren. Von den Kollegen früher ins Wochenende verabschiedet ging die Anreise am Tag vorher selbstverständlich mit dem Rad von Hamburg aus von statten. Zwei Packtaschen sollten alles beinhalten, was ich Klamotten-technisch für das voraus gesagte nasskalte Wochenende benötigen würde. Und nass wurde es mal wieder. Aber die Anfahrt am Freitag entschädigte mit ein paar Sonnengrüßen.

anfahrt_kielMeine Unterkunft hatte ich über eines der unzähligen Portale für private Vermietungen gefunden. Ein Zimmer, eine Küche, ein Bad – Nichts Besonders, aber alles für den Zweck ausreichend. Die kohlenhydratreiche Abendlage gab es beim Italiener um die Ecke und für einen Nachtisch war auch Platz. Nach einem kleinen Verdauungsspaziergang fielen dann die Augen gegen 21.30 Uhr langsam zu. Also genug Zeit um ausgeruht am nächsten Tag gegen 8 Uhr an den Start zu gehen.

Pünktlich, wie ich immer so bin, war ich 45 Minuten vor Startbeginn vor Ort. Leider war das Ruderheim geschlossen, sodass ich die restlichen Minuten in der morgendlichen Kälte verbringen musste. In diesem Moment, aber auch nach Abschluss dieses Brevets habe ich die gemütliche und vor allem warme Aufenthaltsmöglichkeit bei den Berliner Brevets am Start vermisst.

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Gefährten I

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Gefährten II

5 Minuten vor dem Start sprach mich ein Randonneur an: „Wir kennen uns doch?!“„Na klar!“, stimmte ich zu. Es waren Willi und Christoph, die den langen Weg aus Sachsen auf sich genommen haben, um ebenfalls früh in diese Brevetsaison zu starten. Die Beiden waren schon oft in Berlin dabei und waren auch vor zwei Jahren, für mich überraschend, beim 600er Brevet in Hamburg am Start. Auf den ersten Kilometern erzählten mir die Beiden von Ihrer Unterbringung in einem Hostel. Mal wieder zeigt sich, dass die Welt der Randonneure ein wenig verrückt ist und viele interessante Geschichten bereithält.

 

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Rad am Bett (Bild von Willi und Christoph)

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Rad im Bad (Bild von Willi und Christoph)

Wir verließen Kiel nordwärts Richtung Eckernförde, um zum ersten Checkpunkt des Tages zu gelangen. Rieseby (KM 58). Bis dorthin waren wir größtenteils zu Zweit oder zu Dritt unterwegs und ich entschied mich, eine kleine Pause beim örtlichen Bäcker zu machen. Inklusive zwei Stücken vom köstlichen Kirchkuchen. Den fälligen Stempel gab es dann wie üblich an einer Tankstelle.

 

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Willi in Aktion I

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Christoph in Aktion

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Willi in Aktion II

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Kuchen 1 von 4

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Hallo (Bild von Willi und Christoph)

Ich fuhr noch ein kurzes Stück mit den Beiden zusammen. Ab ca. Kilometer 70 fuhr ich den Rest des Tages für mich allein, aber keineswegs langsam. Die Beine waren gut drauf und das missliche Wetter konnte mir dank perfekter Kleidung nichts anhaben. So ging es auf schnellstem Wege zum nächsten Kontrollpunkt nach Kappeln (KM 83), dem nördlichsten Punkt unserer heutigen Ausfahrt.

 

 

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Knicks I

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Knicks II

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Tropfen

Stefan, der Organisator, hatte eine tolle Strecke für uns vorbereitet. Ich möchte mir gar nicht vorstellen, wie es bei sonnigen Bedingungen sein muss, hier zu fahren. Es ging zwar permanent hoch und runter, doch die Landschaft und größtenteils wenig befahrenen Wege sorgten für ein Randonneur-Erlebnis der tollen Sorte. Und wie gesagt, es hat zu 75% geregnet und die Temperaturen lagen bei 3-5°C. Schleswig (KM 122) war der dritte Kontrollpunkt und auch hier gab es den obligatorischen Stempel an einer Tankstelle.

 

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Ostsee I

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Ostsee II

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Anschluss geschafft oder Ziehen lassen

Ab Schleswig sollte die eigentliche Herausforderung folgen. Der Weg hinauf zum Aschberg (KM 143, HM 98). Doch auch der Weg dorthin hatte seine Anstrengungen parat. Es ging durch sehr hügeliges Gelände mit kurzen, kräftezehrenden Anstiegen. Aber auch das sorgte für eine willkommene Abwechslung zur Tristesse, welches das Wetter bot. Hätten wir ordentliche Sicht gehabt, dann hätte man vom Aussichtsturm sogar die Ostsee sehen können. So gab es zu Krönung des Tages sogar ein bisschen Schneefall. Ich wärmte mich ein wenig auf und die obligatorischen zwei Stücken Kirchkuchen gab es in der dort ansässigen Globetrotter-Lounge. Sehr empfehlenswert, vor allem weil der Kuchen noch warm war.

 

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Tropfen – Regen und Schweiß

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Aschberg I

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Aschberg II

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Aschberg – Globetrotter Lounge

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Yippieh (Bild von Willi und Christoph)

Ab Aschberg ging es weiter durch wundervolle Szenerien der schleswig-holsteinischen Landschaft. Mit einer kurzen, kostenfreien Fähr-Passage über den Nord-Ostsee-Kanal. Die kostenfreie Passage über den Kanal geht zurück auf Kaiser Wilhelm, der damit die Akzeptanz in der Bevölkerung erhöhen wollte. Eine Tankstelle in Rotenhahn (KM 188) war der letzte Kontrollpunkt vor dem eigentlichen Ziel. Ich habe dort kurz den Organisator getroffen und mich äußerst bedankt für die tolle Strecke. Ich werde diese Straßen bestimmt nochmal bei tollem Wetter in Angriff nehmen.

 

 

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Ein Dank an Kaiser Wilhelm

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Schleuse Kluvensiek

Auch die letzten Kilometer bis zurück nach Kiel verliefen ohne Probleme, sodass ich gegen 17.45 Uhr nach 206 Kilometern wieder am Startpunkt war. Es war einfach toll!!!

 

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Geschafft

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Heimfahrt

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Glückwunsch (Bild von Willi und Christoph)

Übrigens. Eine Premiere gab es auch noch. Mein erstes 200er Brevet ohne Sturz – tja, es geht aufwärts. Bis bald, und wer es gemerkt hat, ich habe klangheimlich den Blog umgetauft Aus 2015 wurde 20XX.

 

 

kiel_200In diesem Sinne – Keep Riding!!!

6 Gedanken zu „Brevet – Zweihundert Kilometer 2016 – Höhenmeter im hohen Norden

  1. randonneurdidier

    Hi Rene, Du Brevet-Frühstarter! Und dann noch im hohen Norden mit hohen Bergen… Wir sehen uns spätestens am 9. April bei Sonne und frühlingshaften Temperaturen in Berlin – wie immer.

    Antwort
  2. randonneurdidier

    Und hier zur belustigenden Ergänzung die Definition eines Schweizers, der in den echten Bergen zu Hause ist: „Berge sind Erhebungen, die Schnee tragen – und zwar auch im Sommer“

    Antwort

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