Brevet – Dreihundert Kilometer 2014

Nur zwei Wochen nach dem ersten Brevet hieß es wieder in die Pedale zu treten und diesmal Dreihundert Kilometer zu absolvieren. Als Zeitlimit sind bei einem 300er zwanzig Stunden angegeben. Um dieses Brevet offiziell anerkannt zu bekommen, musste man spätestens 03:00 Uhr Morgens des nächsten Tages wieder am Startpunkt sein. Es war zu erwarten, dass wir auf jeden Fall in die Dunkelheit radeln würden.

Angemeldet hatten sich 70 Randonneure und es wurde erneut in drei Gruppen gestartet, wobei die Gruppen von der Anzahl her nicht identisch waren. Aufgrund meiner Erfahrungen vom ersten Brevet sollte es diesmal gemächlicher werden. Ein kurzes Gespräch beim Einschreiben in die Starterliste mit den beiden Organisatoren Ingo und Klaus, und deren Empfehlung doch in die letzte Startgruppe zu kommen. Gesagt, Getan.

Und so rollten wir dann in entspannter Gruppengröße von 15 Randonneuren stadtauswärts aus Berlin in Richtung Norden. Radgeschichten wurden ausgetauscht und ein für mich angenehmes Tempo von 27-30km/h pedaliert. Die Gruppe hatte sich mittlerweile verdoppelt, da durch den unglücklichen Umstand eines Unfalls die zweite Startgruppe aufgehalten wurde. An dieser Stelle gute Besserung für den Kollegen, der leider dieses Brevet abbrechen musste. Gespräche über Räder, über Zubehör wie Nabendynamos und auch über Klamotten sorgten jedoch für einen kurzweiligen ersten Brevetabschnitt bis zum ersten Kontrollpunkt in Zehdenick, Brandenburg nach 58km.

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Mir wurde durch das erste Brevet ja bewusst, dass Kontrollpunkt keines Falls gleichzusetzen ist mit einer Pause. Aber so ging es mir diesmal auch. Eine Pause hatte ich nicht wirklich benötigt, also kurz nach Abholung des Stempels und der ersten Banane wieder ab aufs Rad und weiter Richtung Norden. Vorbei an Seitenkanälen der Havel, durch den Naturpark Uckermärkische Seen, durch beschauliche Ortschaften wie Fürstenberg/Havel mitten hinein in die Mecklenburgische Seenplatte zum zweiten Kontrollpunkt Mirow nach 126km. Dort gab es eine viertel Stunde Pause zum Befüllen der Wasserflaschen und zur Erleichterung des mitgebrachten Proviants.

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Das Tempo war abwechselnd entspannt und fordernd, jedoch die Strecke immer wieder ein Erlebnis Das Wetter spielte uns natürlich in die Karten. Sonnenschein und Temperaturen die das Radeln angenehm machten. Und auch die Kamera kam somit in den ruhigen Passagen öfter mal zum Einsatz.

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Kratzeburg. Dritte Kontrollstelle für diesen Tag und es wurden die ersten Randonneure aus der Spitzengruppe gesichtet. Das Durchschnittstempo unserer Gruppe schien im Vergleich wohl doch recht hoch zu sein. Die Hälfte des Brevets war nach 7,5 Stunden absolviert und Kratzeburg hatte den schönsten Kontrollpunkt zu bieten für diesen Tag. Das kleine Bistro-Café Picolino bot eine enorme Auswahl an selbstgemachtem Kuchen, welche auf einer Außenfläche bei herrlichem Sonnenschein die Mägen der Randonneure füllte.

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Die Donauwelle welche ich genüsslich verschlang war perfekt. In einem kurzen Gespräch mit der Inhaberin erfuhr ich, dass der Kuchen extra für die Brevetfahrer gebacken wurde. „Die Organisatoren nehmen Anfang des Jahres Kontakt mit mir auf und nennen mir das Datum und die ungefähre Anzahl an Radlern!“ berichtete sie stolz. Ich würde sagen. Eine klare Win-Win-Situation. Kalorien für die Radlerwaden und Umsatz für das kleine Bistro-Café.

Auf den nächsten vierzig Kilometern zur vierten Kontrollstelle wurde es zunehmend wellig, sodass sich die Gruppe nach und nach in mehrere Teile aufsplitterte.

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Auch ich konnte das Spitzentempo nicht mitgehen, und habe es diesmal auch erst gar nicht versucht. Kräfte sparen war das Motto und die schöne Strecke genießen. In meiner Gruppe befanden sich Mathew, Wolfgang und mein Namensvetter René. Zusammen haben wir die nächsten einhundertdreißig Kilometer bis kurz vor Berlin verbracht. Keiner wurde zurückgelassen und sich gegenseitig Windschatten zu spenden war selbstverständlich. Und auch der Proviant wurde an den weiteren Kontrollpunkten in Quadenschönfeld (189km) und Templin (233km) geteilt. So gab es Studentenfutter von mir oder Koffein-Gummis von Wolfgang.

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An der letzten Kontrollstelle in Templin wurden bei einbrechender Dunkelheit die vorgeschriebenen Warnwesten angelegt und die Lichtelemente eingeschaltet. Leider ereilten uns zwei Reifenpannen. Die erste erwischte René, aber nach fünf Minuten saßen wir schon wieder auf dem Rad. Die Zweite erwischte Mathew, aber auch die konnten wir ziemlich schnell beheben unter freundlicher Mithilfe eines teilnehmenden Liegerad-Randonneurs, der mit seinem futuristischem Gefährt Geschwindigkeitsspitzen von 70km/h erreichen kann.

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Und dann brach die Dunkelheit herein und wir wurden aufgrund der Reifenpannen von einer größeren Gruppe eingeholt. Beeindruckend dieses Wechselspiel des Lichtergewirrs aus Frontbeleuchtung und Rückbeleuchtung. Wir Vier verloren uns aus den Augen in der Dunkelheit und in der großen Gruppe, sodass Wolfgang und ich die restlichen zwanzig Kilometer nach einer kurzen Pause zusammen fuhren.

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Da Wolfgang im Norden Berlin zu Hause ist, war es ein Leichtes den Weg nach Hause zum Startpunkt zu finden. Den Startpunkt erreichten wir nach 15 Stunden und insgesamt dreihundertelf Kilometern abends 22:00 Uhr.

http://www.strava.com/activities/129677074/overview

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Fazit: Wetter, Strecke, Randonneure – Für mich ein perfekter Tag. Mehr gibt es nicht zu sagen. Ach doch. KEEP RIDING.

 

Soundtrack zum Blog-Eintrag:

Florence + The Machine – Ceremonials

Florence + The Machine – Lungs

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